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Industrie

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Über Brasilien - Industrie
(Kopie www.brasbern.ch)

Exporte & Investitionen

Trotz der ernsthaften weltwirtschaftlichen Probleme seit 2001 sind die brasilianischen Exporte in den 1etzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Im Jahr 2002 erreichten die brasilianischen Ausfuhren ein Volumen von US$ 60,4 Milliarden, gegenüber dem Vorjahr wurde eine Steigerung um drei Prozent erreicht. Der Handelsbilanzüberschuß betrug US$ 13,1 Milliarden. Der brasilianischen Exportwirtschaft ist es gelungen, neue Absatzmärkte sowohl in Industrie- als auch in Entwicklungsländern zu erschließen.
Die brasilianische Exportpalette ist breitgefächert, wobei sich der Schwerpunkt in wachsendem Maße auf Industrieprodukte verlagert: Von den 15 wichtigsten Ausfuhrgütern stammen acht aus dem Industriebereich und sieben aus dem Bereich Landwirtschaftliche Erzeugnisse und Rohstoffe. Insgesamt bestehen die brasilianischen Exporte zu 55 Prozent aus Fertigprodukten, zu 15 Prozent aus Halbfertigprodukten und zu 30 Prozent aus Basisprodukten. Im Industriebereich spielt der Flugzeugbau eine herausragende Rolle. Dies ist vor allem den hervorragenden Leistungen des Flugzeugherstellers Embraer zu verdanken, der zum weltweiten Marktführer im Bau von Regionaljets aufgestiegen ist.

Investitionen

In der Zeit von Januar 2003 bis Juni 2005 sind mehr als US$ 37 Milliarden an ausländischen Direktinvestitionen nach Brasilien geflossen. Nach China ist Brasilien unter den Schwellenländern zweitgrößter Empfänger von ausländischen Direktinvestitionen. Diese Investitionen haben in entscheidendem Maße zur Verbesserung der Infrastruktur und Erhöhung der Produktivität des Landes beigetragen.

Investitionsanreize

In dem Bestreben, die Industrie nicht nur in den großen Ballungszentren wie Rio de Janeiro und São Paulo zu fördern, bietet die brasilianische Regierung dem Investor eine Vielzahl von Investitionsanreizen in anderen Regionen. Auch die einzelnen Bundesstaaten bemühen sich - vor allem über Steuererleichterungen - vermehrt um die Ansiedlung neuer Unternehmen. In diesem Rahmen werden entweder bereits bestehende Industriegebiete ausgebaut oder neue Industriestandorte geschaffen, so zum Beispiel in Bahia, Rio Grande do Sul, Paraná und Ceará. Die Bestimmungen für die Gewährung solcher Anreize sind äußerst komplex und von Fall zu Fall unterschiedlich. Hier ist der Investor auf den Rat eines Fachmanns angewiesen. Um die Fördermittel voll auszuschöpfen, sollte ein Consultingunternehmen oder ein Rechtsanwaltsbüro hinzugezogen werden. Die Vielzahl von Möglichkeiten soll im folgenden daher auch nur kurz dargestellt werden.

Industrie- und Handelszentrum Manaus

Auch außerhalb Brasiliens hat man bereits von den Investitionsanreizen, die in der Amazonasmetropole Manaus gewährt werden, Kenntnis genommen. Ausländische Unternehmen haben seit einiger Zeit die vor mehr als 30 Jahren gegründete Zona Franca Manaus (ZFM) wiederentdeckt. Die 1,5 Mio. Einwohner zählende Stadt ist eines der bedeutendsten industriellen Zentren des Landes. Begünstig durch die Sonderregelungen einer "Zona Franca" produzierten 1998 rd. 400 Unternehmen mit 50.000 Mitarbeitern Waren im Wert von über 20 Mrd. DM. Mehr als 90% der brasilianischen Farbfernsehgeräte (über 9 Mio. Stück) stammen aus Manaus, dem weltweit drittgrößten Fertigungszentrum der Branche. Zu den Erzeugnissen, die in den letzten Jahren signifikante Nachfragesteigerungen verzeichneten, zählen neben modernen elektronischen Geräten (Küchengeräte, Audio- und Videogeräte) auch CDs, bespielte Videokassetten, Motorräder, chemische Produkte (insbesondere Kunststoffe) und Uhren.
Für eine Firmenansiedlung im Herzen des Amazonasgebietes sprechen eine Reihe von Vergünstigungen, die durchaus erwägenswert sind. An erster Stelle ist hier die zollfreie Einfuhr von Teilen und Rohstoffen zu nennen. Werden die Fertigerzeugnisse anschließend nicht exportiert, sondern in Brasilien selbst abgesetzt, sind allerdings 12% des eingesparten Zolls als Gebühr zu entrichten. Beim Vertrieb ihrer Waren sind die Unternehmen auch von der Umsatzsteuer auf Industrieerzeugnisse (IPI - Imposto sobre Produtos Industrializados) befreit. Weiterhin wird für einen Zeitraum von zehn Jahren, der auf Antrag um weitere zehn Jahre verlängert werden kann, keine Körperschaftsteuer (IR - Imposto de Renda) erhoben.
Bosch und BASF, die ehemals in Manaus vertreten waren, haben ihre Niederlassungen mittlerweile an Dritte verkauft. So waren mit Degussa und Siemens 1999 zwei deutsche Unternehmen in der "Zona Franca" vertreten. Degussa hat sich im Edelmetallsegment engagiert, Siemens verlegte sich - im wesentlichen auf der Grundlage von importierten Komponenten - auf die Fertigung von Sicherungen und Telefongeräten.

Landwirtschaft und Bergbau

Die Landwirtschaft spielt von jeher eine tragende Rolle in der brasilianischen Wirtschaft. Brasilien ist weltweit der größte Kaffee- und Zuckerrohrproduzent und schickt sich an, auch beim Sojaanbau die führende Stellung einzunehmen. Das Land ist darüber hinaus einer der wichtigsten Produzenten von Mais und Kakao. Die zahlreichen, in den letzten 20 Jahren aufgelegten Programme zu einer Diversifizierung des Anbaus haben beachtliche Erfolge verzeichnet. Die Produktion von Getreide, Hülsenfrüchten und Ölsaaten ist beständig angestiegen. Im Jahr 2003 wurde eine Rekordernte von 122 Millionen Tonnen eingefahren, wobei gleichzeitig der Anbau aufgefächert wurde. Heute werden neben den traditionellen Erzeugnissen wie Kaffee und Zucker auch Weizen, Reis, Mais und besonders auch Soja angebaut. Die Sojaernte betrug im vergangenen Jahr 52 Millionen Tonnen. Für das laufende Jahr wird eine Ernte von 130 Millionen Tonnen Getreide, Hülsenfrüchten und Ölsaaten erwartet.

Produkte, die vormals ausschließlich in extensiver Waldwirtschaft gewonnen wurden, wie etwa Naturkautschuk, Paranüsse, Cashewnüsse, Wachs und Fasern, kommen heute vorwiegend aus der Plantagenwirtschaft. Dank seines vielfältigen Klimas baut Brasilien nahezu alle Obststarten an, von Tropenfrüchten im Norden bis hin zu Zitrusfrüchten und Trauben, die in großen Mengen in den gemäßigten Zonen des Südens angebaut werden. Das Land hat seinen Platz als weltgrößter Produzent von Orangen und Orangensaft erobert. Brasilien rangiert unter den weltweit größten Produzenten von Rindfleisch und verfügt über den zweitgrößten Viehbestand (etwa 170 Millionen Stück Vieh). Rund 80 Prozent dienen der Fleischerzeugung, 20 Prozent der Milchproduktion.

Die Landwirtschaft und das Agribusiness gehören heute zu den dynamischsten und wettbewerbsfähigen Wirtschaftzweigen. Im Jahr 2003 zeichneten diese Bereiche für 42 Prozent der brasilianischen Exporte verantwortlich, das entspricht Einnahmen in Höhe von US$ 30,64 Milliarden. Im Jahr 2003 war gegenüber dem Vorjahr (US$ 24,84 Milliarden) eine Steigerung um 23,3 Prozent zu verzeichnen, dies läßt auf die hohe Rentabilität schließen, die im brasilianischen Agribusiness erzielt werden kann. Der Sektor erwirtschaftet heute 31 Prozent des brasilianischen BIP (2002: 29 Prozent) und sichert annähernd 40 Prozent aller Arbeitsplätze.

Im Bergbau ist seit mehreren Jahren eine kontinuierliche Steigerung des sektoralen BIP zu verzeichnen, die auf Liberalisierungsmaßnahmen - vor allem die Zulassung ausländischer Unternehmen im Erzbergbau (1995) und die Aufhebung des Monopols der staatlichen Erdölgesellschaft Petrobrás (1997) - zurückzuführen ist. Die Privatisierung des größten Bergbaukonzerns CVRD (Companhia Vale do Rio Doce) brachte der Branche zusätzliche Impulse und Möglichkeiten für Joint Ventures. 1996 stieg der Produktionsindex um 10%, 1997 um 7% und 1998 um 11%.


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